Man sei „offen“ für weitere Mitstreiter, erklärte Dr. Grüninger auf die Frage, wie denn die Fachärzte als Arbeitgeber in das künftige Tarifsystem eingebunden werden können. Der Sanitätsrat geht fest davon aus, dass bald weitere Verbände im Land und aus anderen Bundesländern anfragen werden, um mehr über das Tarifvertragsmodell zu erfahren. Gemeinsam mit dem Bundesverband Medizinische Versorgungszentren und dem Hausärzteverband hat sich der Marburger Bund dafür eingesetzt, dass bundeseinheitlich teilzeitbeschäftigte Ärztinnen und Ärzte ab einem Anstellungsumfang von 10 Wochenstunden Mitglied ihrer Kassenärztlichen Vereinigung sind und das Wahlrecht erhalten. Der Forderung hat der Gesetzgeber im GKV-SVSG durch die Änderung von §77 Abs.3 SGB V entsprochen. Nach Angaben von Dr. Kurfeß sind bundesweit mittlerweile etwa 36 000 angestellte Ärzte in Praxen und MVZ tätig, 1850 sind es in Rheinland-Pfalz. Die Entwicklung hat in den letzten zehn Jahren rasant zugenommen. Ein befristeter Arbeitsvertrag für einen Arzt in Weiterbildung ist nur dann zulässig, wenn die Beschäftigung des Arztes zeitlich und inhaltlich der… In der verfassten Ärzteschaft ist der MB die starke Stimme der angestellten Ärztinnen und Ärzte, wenn es darum geht, die Interessen aller angestellten Ärztinnen und Ärzte zu wahren. Das ist beispielsweise auf dem Ärztetag in Hannover 2013 wieder deutlich geworden, als es um die Pflicht zur Weiterbildung im ambulanten Bereich ging und nicht sachgerechte Pflichtteile in der ambulanten Versorgung vom MB abgewendet wurden.

Da mehr und mehr angestellten Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich arbeiten, müssen die spezifischen Arbeitsbedingungen der Angestellten auch hier berufs- und tarifpolitisch denen im stationären Bereich angepasst werden. Angestellte Ärztinnen und Ärzte gehören in den MB; sie sind der MB. So sollten sich in Zukunft die in MVZ und Praxen tätigen Ärztinnen und Ärzte stärker in ihren Verband einbringen. Die notwendigen, zusätzlichen Strukturen werden gerade geschaffen. Zögern Sie nicht, Ihre Stimme im MB zu erheben. MB – mehr bewegen! Satzungsgemäße Aufgabe, Anspruch und Selbstverständnis des Marburger Bundes ist es, sich für die Wahrung der beruflichen, sozialen und wirtschaftlichen Belange aller angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte einzusetzen. Die wesentlichen Arbeitsbereiche des Verbandes sind die Gesundheitspolitik, die Berufspolitik und die Tarifpolitik. Dazu gehört auch der Einsatz für die ermächtigten und – mit zunehmender Bedeutung – im ambulanten Bereich tätigen Ärztinnen und Ärzte, die in MVZ angestellten Ärztinnen und Ärzte sowie diejenigen, die sich im ambulanten Bereich in der Weiterbildung befinden.